Ka.Wert

Regionale Bio-Wertschöpfungskette

Im Umkreis der Stadt Karlsruhe wurde am Aufbau der regionale Bio-Wertschöpfungsketten
(WSK) für die Produkte Hülsenfrüchte, Gemüse und Kartoffeln gearbeitet. In der Außerhaus Verpflegung (AHV) wurde der Anteil dieser Bio-Produkte gesteigert und eine neue Produktlinie mit regionalen Hülsenfrüchten ist entstanden. Ein Karlsruher Obst- und Gemüse-Händler hat sein küchenfertiges Sortiment für die AHV ausgebaut und bietet, nach einem Impuls aus der KA.Wert-Arbeitsgruppe, mit Salat und Gemüse des nächstliegenden Bioland-Betriebes erstmalig ein Bio-Sortiment an. Bestandskunden des Händlers haben ihren Bezug an konventionellem Gemüse zugunsten eines wachsenden Bio-Bezugs umgestellt. Eine Bio-Vollkorn-Bäckerei konnte als neuer Kunde für bioregionale Möhren und Zwiebeln gewonnen werden. Zur Verstetigung des Projektes wurden zwei Veranstaltungslinien zur Vermarktung von Bio-Lebensmitteln und ein Veranstaltungsformat zur besseren Vernetzung mit Bürgerinitiativen, Lebensmittelbetrieben,
der Wissenschaft und der Gemeindeverwaltung entwickelt.

Ziel des Projekts

Ziel ist es regionale Bio-Wertschöpfungsketten (WSK) für die Stadt Karlsruhe aufzubauen und weiterzuentwickeln. Dabei soll der Anteil regionaler Bio-Lebensmittel Gemüse, Kartoffeln und Hülsenfrüchte im Handel und der AHV im Bereich der Stadt Karlsruhe gesteigert werden. Geplant ist die Einführung einer neuen Produktlinie mit regionalen (Trocken-)Hülsenfrüchten. Der Bio-Anteil von Gemüse und Kartoffeln in kommunalen Kantinen in Karlsruhe soll auf 30 % erhöht werden, auch durch mindestens 20 % weitere Partner.

So war die Ausgangslage

In Karlsruhe gelangen regionale Bio-Lebensmittel bislang kaum direkt in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung, da spezialisierte regionale Großhändler fehlen und Betriebe ihre Ware meist über überregionale Anbieter beziehen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an regionalem Bio, auch durch politische Ziele wie die Erhöhung des Bio-Anteils in kommunalen Kantinen, Landes- und Bundeskantinen. Besonders bei Gemüse, Kartoffeln und Hülsenfrüchten besteht eine große Lücke zwischen regionaler Erzeugung und Verbrauch, während Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen unzureichend entwickelt sind. Das Projekt KA.Wert setzt genau hier an, um Hemmnisse abzubauen, regionale Lieferbeziehungen zu stärken und den Auf- und Ausbau regionaler Bio-Wertschöpfungsketten – insbesondere für Hülsenfrüchte voranzutreiben.

Projektbeteiligte

Der Antragsteller Lobin Karlsruhe e.V. betreibt ein soziokulturelles Bürgerzentrum mit nachhaltigen, fleischlosen und bio-regionalen Speisen. Nachhaltigkeitsziele, die den Großraum Karlsruhe in einen gesunden, vielfältigen und naturnahen Lebensraum überführen sollen hierdurch Unterstützung erfahren (kulturküche-karlsruhe.de).
Kooperationspartner sind: Füllhorn Karlsruhe eG als Vertreter des LEH, Gastraum Karlsruhe als Vertreter der Gastronomie, Vitale Lunchbox gGmbH (Caterer für Kita- und Schulessen), OBEG Organisch-Biologische Erzeugergemeinschaft Hohenlohe GmbH & Co.KG, ITAS (Aufbereiter und Anbieter von Hülsenfrüchten) , ITAS (Institut des KIT, erprobt in Reallaboren für nachhaltige Ernährung) und das LTZ, Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg (Sitz der Eiweißinitiative und des Leguminosennetzwerks Baden-Württemberg).

Durchführung

Zu Projektbeginn wurde eine Koordinationsstelle eingerichtet, die Marktanalyse, Informationsbündelung und die Identifikation von Hemmnissen in den regionalen Bio-Wertschöpfungsketten übernimmt. Zentrale Meilensteine sind die Durchführung von Initialveranstaltungen, Workshops, Exkursionen, sowie Veranstaltungen zur Kompetenz- und Kooperationssteigerung und zur Wissensvermittlung. Als Zielgrößen wurden u. a. die schrittweise Aufnahme von mindestens acht neuen WSK-Akteur*innen, die Ausweitung des regionalen Anbaus von Gemüse, Kartoffeln und Hülsenfrüchten sowie deren verstärkte Verfügbarkeit im LEH und in der Außerhaus-Verpflegung definiert. Ein wichtiger Meilenstein ist zudem erreicht, wenn mindestens ein Gastronomiebetrieb und eine Kantine direkt von heimischen Erzeugern beziehen.“

Empfehlungen

Beim Aufbau von Bio-Wertschöpfungsketten ist es entscheidend, frühzeitig starke Kooperationspartner und funktionierende Partner-Netzwerke einzubeziehen, da sich dort meist neue Türen öffnen. Der Austausch mit bereits etablierten Wertschöpfungsketten – auch über regionale Grenzen hinaus – ermöglicht schneller wertvolle Lernprozesse, die im Allgemeinen Zeit, Vertrauen und gemeinsame Erfahrungen erfordern. Wichtig ist zudem, Neugier zu wecken, attraktive Begegnungsorte zu schaffen und sich nicht entmutigen zu lassen, sondern kontinuierlich aus dem Netzwerk Kraft und Inspiration zu schöpfen. Rückblickend zeigt sich, dass ein Produkt mit klar erkennbarem Alleinstellungsmerkmal den Prozess zusätzlich gestärkt hätte.